Der Einsatz von 3D-Modellen bei der Sanierung der Wismut-Altlasten
Bodo Raßmann, Uwe Hoepfner
GDMB-Workshop
„Computereinsatz im Bergbau“, 28.9.2005. Kassel.
Im sächsischen Erzgebirge, einer Region mit lang
zurückreichender Bergbautradition, begann 1946 der Abbau von
Uranerzen durch die Wismut. Uranerz, früher als
„Pechblende“ bezeichnet, wurde zum strategisch wichtigen
Rohstoff für die militärische Nutzung sowie für die
Kernenergiegewinnung. Das sowjetisch-deutsche Unternehmen entwickelte
sich in über 40 Jahren zum weltweit drittgrößten
Uranproduzenten (nach den USA und Kanada) mit einer Gesamtproduktion
von 220.000 Tonnen Uran bis 1990. Große Lagerstätten wurden
im mittleren Erzgebirge, bei Ronneburg in Ostthüringen sowie
Königstein in Sachsen abgebaut. Die Uranförderung wurde 1990
nach der politischen Wende in der DDR aus wirtschaftlichen Gründen
beendet und das Unternehmen in deutschen Bundesbesitz
überführt.
Seit 1991 werden die Hinterlassenschaften des Uranerzbergbaues saniert. Schwerpunkte der Sanierung sind dabei
• die Flutung der untertägigen Grubengebäude in Aue, Königstein und Ronneburg;
• die Sanierung der Haldenlandschaften in Aue,
Königstein und Ronneburg sowie die Rückverfüllung eines
Tagebaurestloches bei Ronneburg und
• die Sanierung der Industriellen Absetzanlagen
mit Schlämmen der Uranaufbereitung bei Seelingstädt und
Crossen.
Der Einsatz von computergestützten Methoden und Werkzeugen ist von
Beginn der Sanierung an wichtiger Bestandteil der Vorbereitung, Planung
und Ausführung der Arbeiten. Dabei wurde in den 90er Jahren eine
zentrale Umweltdatenbank aufgebaut, die Rißwerke digitalisiert
und für die Verknüpfung von Sach- und Geometriedaten
Geographische Informationssysteme sowie 3D-Modellierungssoftware
eingeführt.
In den sogenannten 3D-Modellen oder geologischen Strukturmodellen,
erstellt mit Werkzeugen wie Surpac oder EarthVision, erfolgt dabei die
Verschneidung von Geometriedaten (z.B. Geländeoberflächen,
Schichtgrenzen geologischer Einheiten oder antropogener Ablagerungen)
mit gemessenen oder geschätzten/interpolierten Eigenschaften der
Körper, wie z.B. Schadstoffgehalte und Scherfestigkeiten.
Wichtige Anwendungen dieser 3D-Modellen bei Sanierung im Unternehmen sind dabei:
• Darstellungen des Ist-Zustandes der
Sanierungsobjekte, wie Schadstoffverteilungen in
Schüttkörpern oder Tailings;
• Planung der Sanierungsarbeiten, z.B. der
Umlagerung von hoch belasteten Bereichen der Schüttkörper und
• Visualisierung der Sanierungsobjekte und Sanierungsvarianten.
Insbesondere letztgenannte Aufgabe hat sich in den letzten Jahren als
wichtiges Instrument sowohl in der Konzeption und Planung der
Sanierungsarbeiten im Unternehmen, als auch in der Genehmigungsphase
mit Gutachtern und Behörden erwiesen. Zunehmende Bedeutung hat
dabei auch die Darstellung der Bergbaufolgelandschaft mit
Landschaftsvisualisierung-Software wie Visual Nature Studio.